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Das österreichische Gesundheitssystem verstehen

Das österreichische Gesundheitssystem ist komplex aufgebaut und verfügt über ein umfangreiches Leistungsportfolio. Dieses Vertiefungsmodul bietet einen fundierten Überblick über zentrale Strukturen und Mechanismen des Systems. Behandelt werden unter anderem die Finanzierung des Gesundheitssystems, die Rechte und Pflichten von Patientinnen und Patienten im Behandlungsverhältnis sowie die Versorgungsplanung. Ergänzend werden aktuelle Reformen, Herausforderungen und zukünftige Entwicklungen analysiert. Das Modul vermittelt Wissen, schafft Orientierung in einem dynamischen Umfeld und unterstützt die Teilnehmenden dabei, wesentliche Zusammenhänge kompetent zu erfassen und kritisch zu reflektieren.

Referentinnen und Referenten

Teil 1:

  • Mag. Dr. Florian Bachner ist promovierter Ökonom und seit 2009 an der Gesundheit Österreich GmbH tätig. Seit 2016 leitet er die Abteilung Gesundheitsökonomie und -systemanalyse. Seine Forschungsschwerpunkte, die sich in nationalen und internationalen gesundheitsökonomischen Projekten niederschlagen, drehen sich vornehmlich um Gesundheitsfinanzierung bzw. Gesundheitsausgaben (Preisvergleiche, Prognosen, Altersausgabenprofile, Ausgabenmonitoring), Performance- und Outcomemessung im Gesundheitswesen und vergleichende Systemanalysen.
  • Mag. Michael Prunbauer, Jurist mit Schwerpunktausbildung im Medizinrecht (Universität Wien). Seit 2004 Mitarbeiter in der niederösterreichischen Patienten- und Pflegeanwaltschaft, seit September 2024 niederösterreichischer Patienten- und Pflegeanwalt und Geschäftsführer des niederösterreichischen Patienten-Entschädigungsfonds. Mitglied der niederösterreichischen Ethikkommission, der niederösterreichischen Gesundheitsplattform, des niederösterreichischen Landessanitätsrates, der Landespatientenschlichtungsstelle der Landeszahnärztekammer Niederösterreich und Vorsitzender des Beirates der niederösterreichischen Landesgesundheitsagentur.
  • Mag.a Christine Seeliger, Juristin (Universität Wien), seit 2025 Stellvertreterin des niederösterreichischen Patienten- und Pflegeanwalts. Berät Patientinnen und Patienten bei Fragen zu Patientenrechten und unterstützt sie insbesondere im außergerichtlichen Überprüfungsverfahren nach vermuteten Behandlungsfehlern. Sie begleitet Patientinnen und Patienten in diesem Rahmen bei der Patientenschiedsstelle der Ärztekammer für Niederösterreich und beim niederösterreichischen Patienten-Entschädigungsfonds. Weiters erreichtet sie zusammen mit Bürgerinnen und Bürgern und Patientenverfügungen. Sie vertritt als stellvertretendes Mitglied die ARGE Patient:innen- und Pflegeanwält:innen Österreichs in der Heilmittelevaluierungskommission des Dachverbandes der Sozialversicherungsträger.
     

Teil 2: 

  • Gunter Mair, BA, MAist seit 2024 stellvertretender Leiter der Abteilung Planung und Systementwicklung. Seit 2018 ist er an der Gesundheit Österreich GmbH in der Abteilung Planung und Systementwicklung tätig. Er beschäftigt sich mit Gesundheits(-struktur-)planung, der Planung und Prognose von Gesundheitspersonal (insbesondere des ärztlichen Personals), sowie mit Versorgungsforschung mit einem Schwerpunkt auf Sekundärnutzung von Gesundheitsdaten.
  • für die Diskussion auch DI Dr. Gerhard Fülöp (GÖG-Abteilungsleiter: Planung und Systementwicklung)

Teil 3: 

  • Dr. scient. med. David Wachabauer, BSc, BSc, MSc leitet seit 2025 die Abteilung Primärversorgung und Versorgungskoordination. Seine Laufbahn an der Gesundheit Österreich GmbH begann 2014 in der Abteilung Planung und Systementwicklung. Sein akademischer Werdegang umfasst eine Ausbildung als Radiologietechnologe, ein Studium der Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Gesundheitsmanagement sowie ein Doktorat der Angewandten Medizinischen Wissenschaft an der Medizinischen Universität Wien im Bereich Public Health.

Inhalte und Termine

Teil 1: Struktur und Finanzierung des österreichischen Gesundheitssystem sowie Rechte und Pflichten in Behandlungsverhältnis

Freitag, 17. April 2026 von 10 bis 16 Uhr in Wien

Der Beitrag beschäftigt sich mit der Struktur und Aufgabenverteilung im österreichischen Gesundheitssystem sowie seiner Einordnung im internationalen Vergleich. Dabei betrachten wir die Rollen von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung sowie die wichtigsten steuernden Gremien. Zudem werden der Finanzausgleich und die 15a Vereinbarungen als zentrale Mechanismen der Steuerung und Finanzierung erläutert. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Finanzierung des Gesundheitssystems – von Sozialversicherungsbeiträgen und Steuern über private Zuzahlungen bis hin zum Pooling und der konkreten Mittelverwendung. Abschließend analysieren wir die Entwicklung der Gesundheitsausgaben, ihre zentralen Treiber sowie die Besonderheiten der Krankenanstaltenfinanzierung und der Gesamtverträge im niedergelassenen Bereich.

Welchen Anspruch auf Versorgung durch das Gesundheitssystem habe ich? Welche Verpflichtungen hat das Gesundheitspersonal mir als Patientin/Patient gegenüber? Was muss ich beachten, habe ich als Patientin oder Patient für Pflichten? Kann ich mich gegen die Ablehnung einer Kostenerstattung wehren und wenn ja, wie? In diesem Kontext werden die Themenbereiche „freie Arztwahl“ und Anspruch auf Leistungen der Sozialversicherung im Spannungsfeld zu langen Wartezeiten und Versorgungsengpässen ebenso beleuchtet, wie die wechselseitigen Rechte und Pflichten, die sich aus einschlägigen Vorschriften und dem Behandlungsvertrag ergeben. Ergänzt wird der Beitrag mit einem Überblick über die Unterstützungsmöglichkeiten der Patientenanwaltschaften/Patientenvertretungen, insbesondere nach vermuteten Behandlungsfehlern.

Teil 2: Versorgungsplanung

Mittwoch, 13. Mai 2026 von 16 bis 19 Uhr, online

Der Beitrag befasst sich mit Gesundheitsstrukturplanung und präsentiert die zentralen Planungsinstrumente des österreichischen Gesundheitswesens. Dabei werden sowohl deren Aufbau als auch die Prozesse zur Entwicklung, Aktualisierung und laufenden Wartung erläutert.
Im Mittelpunkt stehen die wesentlichen Inhalte des Österreichischen Strukturplans Gesundheit (ÖSG) sowie die methodischen Ansätze, die seiner Erstellung zugrunde liegen.
Darüber hinaus wird exemplarisch die Planung und Prognose des ärztlichen Personals, behandelt. Abschließend wird auf die zentrale Bedeutung valider und verlässlicher (Gesundheits)Daten als Basis für alle Analyse- und Planungsarbeiten eingegangen.

Teil 3: Aktuelle Reformen und Herausforderungen

Mittwoch, 20. Mai 2026 von 16 bis 19 Uhr, online

Der Beitrag beschäftigt sich mit den aktuellen Versorgungsmodellen im österreichischen Gesundheitssystem sowie ihrer Steuerung im Rahmen der Zielsteuerung Gesundheit. Dabei werden die zentralen Akteure, die Struktur der Versorgungsstufen und typische Patientenwege erläutert und mit internationalen Entwicklungen verglichen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Bedeutung der Primärversorgung, der Weiterentwicklung teambasierter Modelle (insbesondere PVE), sowie den Herausforderungen im niedergelassenen Bereich. Zudem werden die Rolle der Digitalisierung – etwa ELGA, 1450, Telemedizin und zentrale Informationsportale – sowie deren Potenziale für Navigation, Zugänge und integrierte Versorgung aufgezeigt. Abschließend beleuchtet der Beitrag Reformprozesse, aktuelle Handlungsfelder und Zukunftsperspektiven für ein stärker koordiniertes, bedarfsorientiertes und patientenzentriertes Versorgungssystem.

Anmeldung und Teilnahmebedingungen

  • Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen begrenzt. Über die Teilnahme entscheidet der Zeitpunkt der Anmeldung. Die Anmeldung bitte schriftlich an oekuss.anmeldung@goeg.at.
  • Sie erhalten eine schriftliche Bestätigung Ihrer Anmeldung. Sollten Sie keine Bestätigung erhalten haben, melden Sie sich bitte telefonisch bei uns unter: +43 1 895 04 00-734
  • Die Anmeldung ist bis 2 Wochen vor der Veranstaltung möglich.
  • Der Zoom-Link wird 2 Tage vor der Veranstaltung versendet.
  • ÖKUSS fungiert als Organisatorin der Veranstaltung und übernimmt keine Verantwortung für die behandelten Inhalte.
  • Bitte geben Sie uns bei der Anmeldung bekannt, wenn Sie eine Übersetzung in Gebärdensprache oder Schriftdolmetsch oder andere Hilfen benötigen!
Die Illustration zeigt vier Personen, welche um ein Flipchart herum stehen und gemeinsam sprechen.