Jugendbeteiligung im Gesundheitswesen als Motivator für die Junge Selbsthilfe?

Im Rahmen der Europäischen Public Health Week veranstaltet die Österreichische Kompetenz- und Servicestelle für Selbsthilfe in Kooperation mit der Selbsthilfe Steiermark, Selbsthilfe Tirol und SUS Wien ein GÖG-Colloquium. Marnie Bartel-Borrmann, MSc und Julia Husemann von der Nationalen Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS) stellen die Situation und Aktivitäten zu Jungen Selbsthilfe in Deutschland vor. Vertreter:innen aus zentralen Organisationen zu Jugend und Beteiligung in Österreich diskutieren über Chancen und Zukunftsperspektiven.

Termin: 16. Mai 2022 17:30 bis 19:00 Uhr

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Moderation, Einleitung: Mag.a Gudrun Braunegger-Kallinger, Leitung der Österreichischen Kompetenz- und Servicestelle für Selbsthilfe

Am Podium begrüßen wir

  • Anja Monitzer, BA, Vorstandsmitglied der Selbsthilfe Tirol und Osttirol,
  • Charlotte Eissner, junge betroffene Person aus der Trauergruppe für junge Erwachsene Graz,
  • Sebastian Muckenhuber, Referent für Kinder- und Jugendpolitik in der Bundesjugendvertretung,
  • RegRat Robert Lender, Leiter des Referats „Kompetenzzentrum Jugend“ im Bundeskanzleramt.

 

Referentin: Marnie Bartel-Borrmann, MSc, und Julia Husemann, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS)

Kurzinhalt: Selbsthilfegruppen und -organisationen sind freiwillige Zusammenschlüsse von Menschen zur gemeinsamen Bewältigung von Krankheiten oder psychischen und sozialen Problemen. Diese bilden eine der wenigen Strukturen, in denen Patientinnen und Patienten in organisierter Form zusammengeschlossen sind. Die gesammelte Erfahrungsexpertise der Mitglieder können Selbsthilfezusammenschlüsse in gesundheits- und sozialpolitischen Beteiligungsprozessen einbringen (Selbsthilfebeteiligung). Die gemeinschaftliche Selbsthilfe hat Funktionen wie die wechselseitige Unterstützung und individuelle Unterstützung der Betroffenen und Angehörigen als komplementärer Dienstleister zum Gesundheitswesen. Dazu übernimmt sie oft auch Interessenvertretungsaufgaben.

In der Öffentlichkeit überwiegt der Eindruck, Selbsthilfegruppen seien eher etwas für ältere Personen, doch es gibt auch ein Engagement junger Menschen in der Selbsthilfe (Junge Selbsthilfe). Diese ist deutlich unterrepräsentiert, da junge Menschen seltener die gemeinschaftliche Selbsthilfe als alltagsnahe Hilfeform wählen. Wenn von jungen Menschen im Zusammenhang mit Selbsthilfe die Rede ist, so wird übereinstimmend die Altersgruppe der 18- bis 35-Jährigen gemeint. Eine wechselseitige Unterstützung in schwierigen Lebenslagen, wie beispielsweise psychische und soziale Probleme und als Angehörige, kann auch bei jungen Menschen sehr hilfreich sein. Daher braucht noch vermehrt Überlegungen zu neuen Formen von Aktivtäten, um junge Menschen für ein Engagement in der Selbsthilfe zu begeistern. Könnte beispielsweise Jugendbeteiligung im Gesundheitswesen ein Motivator für die Junge Selbsthilfe sein?