Nachlese zur 1. ÖKUSS-Fachtagung „Selbsthilfe gemeinsam für kollektive Patientenbeteiligung“ am 31. Jänner 2019 in Wien

Der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherung und ÖKUSS haben am 31. Jänner 2019 mit der 1. ÖKUSS-Fachtagung zum Thema „Selbsthilfe gemeinsam für kollektive Patientenbeteiligung“ den nationalen Selbsthilfezusammenschlüssen eine Plattform gegeben, ihre erfolgreichen Organisationen und Projekte vorzustellen. Gleichzeitig diente die Fachtagung der Vernetzung und gab neue Impulse zur Stärkung kollektiver Patientenbeteiligung. Finden Sie Hier unseren Tagungsband.

 

 

 

ÖKUSS Tagungsband

 

Programm Fachtagung

 

Die Fachtagung, an der mehr als 60 Personen, insbesondere Vertreterinnen und Vertreter von Selbsthilfeorganisationen teilnahmen, wurde von der Österreichischen Kompetenz- und Servicestelle für Selbsthilfe (ÖKUSS) gemeinsam mit dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherung (HVB) veranstaltet. Im Rahmen seiner Begrüßungsworte betonte Dr. Alexander Biach, Verbandsvorsitzender des Hauptverbandes, die wichtige gesellschaftliche Funktion der Selbsthilfe, die es seitens der Politik zu unterstützten gelte, sowie das Ziel, eine Plattform zu schaffen, die Patientinnen und Patienten repräsentieren kann. Dr.in Silvia Türk, Sektionschefin im Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz, zeigte in ihrer Begrüßung mögliche Beiträge von Selbsthilfeorganisationen für eine effiziente und qualitätsvolle Versorgung auf. Dr. Klaus Ropin, Leiter des Fonds Gesundes Österreich (FGÖ), unterstrich die Wichtigkeit, Selbsthilfe-Engagierte durch Austausch- und Qualifizierungsangebote in ihrer Arbeit zu unterstützen. Eröffnet wurde die Konferenz von Mag.a Gudrun Braunegger-Kallinger, Leiterin der ÖKUSS, die die Fachtagung als wichtigen Meilenstein für ein gemeinsames Auftreten der Selbsthilfe für kollektive Patientenbeteiligung sah.

                    Begrüßung Biach Begrüßung Türk

                    Begrüßung Ropin Begrüßung Braunegger-Kallinger

Der erste Programmpunkt wurde von vier bundesweiten Selbsthilfe-Akteurinnen/-Akteuren gestaltet, die ihre Organisationen und deren Beitrag zur Stärkung kollektiver Patientenbeteiligung im Rahmen einer Podiums- und Plenumsdiskussion präsentierten:

  • Der Bundesverband Selbsthilfe Österreich (BVSHOE): ein Zusammenschluss und Sprachrohr bundesweit tätiger themenbezogener Selbsthilfe- und Patientenorganisationen mit dem Auftrag, kollektive Patientenbeteiligung auf Bundesebene umzusetzen (www.bvshoe.at).
     
  • Die Initiative Nationales Netzwerk Selbsthilfe (NANES): ein Zusammenschluss themenübergreifender Selbsthilfe-Landesdachverbände, mit dem Ziel, die Selbsthilfe-Unterstützungseinrichtungen auf Landesebene zu vernetzen, die Qualität der Selbsthilfe-Unterstützungsarbeit sowie das Konzept der Selbsthilfefreundlichen Krankenhäuser weiterzuentwickeln (www.nanes.at, in Bearbeitung).
     
  • Die Allianz für seltene Erkrankungen prorare Austria, ein österreichweit tätiger Dachverband und ein Sprachrohr für Patientenorganisationen und Selbsthilfegruppen im Bereich der seltenen Erkrankungen (www.prorare-austria.at).
     
  • Die Österreichische Kompetenz- und Servicestelle für Selbsthilfe (ÖKUSS) als Unterstützungsstruktur für Selbsthilfe auf Bundesebene mit dem Auftrag, Förderungen abzuwickeln und Selbsthilfeorganisationen für Patientenbeteiligung zu stärken (z. B. durch Weiterbildungsangebote) (www.oekuss.at).

Präsentationen der Kurzvorstellungen

Podiumsdiskussion

 

Kollektive Patientenbeteiligung am Beispiel Deutschland

Im Rahmen der Tagung wurde auch nach Deutschland geblickt, wo kollektive Patientenbeteiligung bereits eine lange Tradition hat und entsprechend fundierte Strukturen aufgebaut wurden. Als Keynote-Speaker konnte Dr. Danner, Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe (BAG Selbsthilfe), einer Dachorganisation von 117 bundesweiten Selbsthilfeverbänden behinderter und chronisch kranker Menschen und ihrer Angehörigen, gewonnen werden. Er berichtete von den verschiedenen Beteiligungsmöglichkeiten für Selbsthilfeorganisationen und zeigte auf, wie die Auswahl von Patientenvertreterinnen/-vertretern für die einzelnen Gremien erfolgt. Dazu schilderte er die sehr differenzierten Unterstützungsstrukturen für jene Patientinnen/Patienten, die als Patientenvertreterinnen/-vertreter arbeiten. Dabei wurde klar, dass eine ernst gemeinte Einbeziehung von Betroffenen in gesundheits- und sozialpolitische Entscheidungen guter Abstimmungs-, Kooperations- und Unterstützungsstrukturen sowie zahlreicher Kompetenzen bedarf.

Präsentation Dr. Danner

Präsentation Danner

 

Präsentation Danner

 

Workshops

Inspiriert von dem Good-Practice-Beispiel Deutschland, diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Workshops relevante Fragen zur Organisation kollektiver Patientenbeteiligung in Österreich. Die Ergebnisse finden Sie in Kürze im Tagungsband.

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